July23
Da mein neues Handy jetzt auch GPS hat und ich zum ersten mal in den “genuss” von Geo Tagging gekommen bin, habe ich direkt Blut geleckt und mich mal mit dem Thema ein wenig auseinander gesetzt.
Geo Tagging, was ist das?
An dieser Stelle möchte ich keine große Erklärung abliefern über GEO Koordinaten, Photos Meta Daten und und und.. Wer dazu im einzelnen etwas wissen möchte, dem empfehle ich Wikipedia. Für alle anderen nun eine kurze Zusammenfassung. Geo Tagging ist ein schönes neues Buzzword um das gesamte Thema in einem Wort zusammenzufassen. Geo Tagging heißt eigentlich nur das ich Bilder oder andere Daten mit Geo-Koordinaten bestücke. Mein Handy, Beispielsweise, kann durch den integrierten GPS Empfänger bei jedem Bild das ich mit der Kamera mache die aktuellen Koordinaten automatisch an die Datei anheften. Vorteil? Ich weiß wo ich das Foto gemacht hab (jaja ich weiß.. “Big Brother is watching” und so). Auf jedenfall eröffnet dieses einfache Detail ungeahnte Möglichkeiten. Fotos auf Karten (wie z.B. Google Maps) anzeigen, Routen anhand eines Bildes berechnen und und und… Dieses Detail ist vor allem für Auslandsfotos interessant (”Mein Reisejournal”).
Wie sieht sowas aus?
Die Geo Daten werden, wie gesagt mittels GPS, in die Meta Ebene der (Bild-)Datei geschrieben. Hinterlegt ist das ganze im Koordinaten Format Grad° Minute’ Dezimal-Sekunde”. Damit lässt sich mit ein wenig Umrechnung schon einiger Unfug anstellen.
Um es kurz zu machen
Grad° Minute’ Dezimal-Sekunde” in Koordinaten umzuwandeln geht in kurz so:
Grad+(Minute*1/60)+(Sekunde*1/3600)
Wie krieg ich Daten aus der Datei ausgelesen?
Um die Geo Daten aus der Bilddatei auszulesen benötigt man entweder ein Programm, oder Programmierkenntnisse. In den meisten amtlichen Programmiersprachen gibt es die sogenannten exif Funktionen. In PHP würde das ganze (in simpel) z.B. so aussehen:
<?php
// bild name
$img = ‘holidays.jpg’;
// meta daten auslesen
$img_meta = exif_read_data($img);
// Werte initialisiseren
$degree = 0; // Grad
$minutes = 0; // Minuten
$seconds_dec = 0; // Sekunden (Dezimal)
/*
Ich weiß, eval zu benutzen ist doof und blöd, aber leider stehen die Werte in den Variablen als Divisionsstring (’50/1′ z.B.)
Alternativ könnte man natürlich auch nach “/” exploden und dann selbst die Rechnung durchführen.
“eval” geht jetzt aber grade für meine Vorführ-Zwecke schneller ;-)
*/
// Werte für den Breitengrad abholen
eval(’$degree = ‘.$img_meta['GPSLatitude'][0].’;');
eval(’$minutes = ‘.$img_meta['GPSLatitude'][1].’;');
eval(’$seconds_dec = ‘.$img_meta['GPSLatitude'][2].’;');
// umrechnen
$lat = $degree+($minutes*1/60)+($seconds_dec*1/3600);
// Werte für den Längengrad abholen
eval(’$long_degree = ‘.$img_meta['GPSLongitude'][0].’;');
eval(’$long_minutes = ‘.$img_meta['GPSLongitude'][1].’;');
eval(’$long_seconds_dec = ‘.$img_meta['GPSLongitude'][2].’;');
// umrechnen
$long = ($long_degree)+(($long_minutes)*1/60)+(($long_seconds_dec)*1/3600);
// Mit $long und $lat könnte man jetzt z.B. auf Google Maps verlinken:
$search = $lat.’, ‘.$long; // kurz für google noch schön machen
// und hier der Link + Bild
echo ‘<a href=”http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&q=’.$search.’&ie=UTF8&z=16&iwloc=addr”><img src=”‘.$img.’” /><br/>wo war das noch?</a>’;
?>
Und die Moral?
Also mein Fazit. Geo Tagging ist momentan noch eine nette Spielerei die noch nicht von jedermann genutzt wird. Die größte Barriere ist momentan vor allem die fehlende GPS Möglichkeit in den Digital Kameras. Wäre ein GPS Empfänger in allen Kameras sähe die Sache sicherlich ganz anders aus. Aber bis dahin ist es noch eine nette Möglichkeit seine Urlaubsfotos zu “Taggen”. Neben dem automatisierten Tagging gibt es natürlich Tools die das nachträgliche Taggen auch erlauben. Für Portale wie flickr z.B. eröffnen sich dadurch auch viele Möglichkeiten für Gadgets und Community Spielereien. Genauso bietet sich das Taggen von Geodaten auch für andere Formate an, wie z.B. Videos (”wo ist das aufgenommen worden”). Darüber hinaus ist es momentan schon möglich Webseiten zu taggen. Dafür werden einfache Meta-Tags im HTML benutzt. Alles in allem ist es ein nettes Feature für jede Bildersammlung und ich bin gespannt ob es sich durchsetzen kann.